Sind Sie mit Ihrem Einkommen zufrieden oder würden Sie gern ein höheres Gehalt erzielen?
Es ist eines der kniffligsten Gespräche im Arbeitsleben: Die Gehaltsverhandlung.
Arbeitnehmer müssen darin nicht nur die eigenen Leistungen verkaufen,
sondern auch Gegenargumente entschärfen und Kompromisse finden. Kein
einfaches Unterfangen - vor allem dann nicht, wenn die Zeiten schlecht, die
Kassen leer und die Budgets knapp sind.
Lassen Sie sich nicht so schnell abwimmeln. Wenn die wirtschaftliche Situation
eine Gehaltserhöhung derzeit angeblich nicht zulässt, versuchen Sie eine feste
Zusage über eine Steigerung zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten.
Variable Vergütungsbestandteile sind mittlerweile gang und gäbe, die Ausgestaltung
kann jedoch stark variieren. Der Mitarbeiter bestimmt hier zu einem Teil selbst,
welche Höhe sein Gehalt erreicht. Um gut gerüstet in die Gehaltsverhandlung zu gehen,
sollten sich Arbeitnehmer daher ein umfassendes Bild ihrer Gesamtvergütung machen und
diese mit den marktüblich gezahlten Gehältern vergleichen.
Informationen zu den marktüblich gezahlten Gehältern oder Gehaltsvergleiche gibt es im
Internet zuhauf. Auf schnell recherchierte Informationen allerdings sollte sich keiner
verlassen. Man bekommt zwar einige Anhaltspunkte, aber keinen
verlässlichen Gehaltscheck, der für eine realistische Bewertung der eigenen Position
herangezogen werden könnte.
Individuelle Gehaltsanalysen auf der Grundlage von über 250.000 aktuellen
Datensätzen bietet beispielsweise www.myvalyou.de. In einer
zwölfseitige Gehaltsanalyse wird auch die Höhe variabler Gehaltsbestandteile in der
Gehaltstabelle berücksichtigt. Auch über die Höhe der Verdienstmöglichkeiten in
überwiegend tariflichen Jobs geben unsere Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche Auskunft.
Aber Vorsicht: Pokern Sie nicht zu hoch. Erpressungsversuche nach dem Motto
"Entweder ich kriege mehr Geld, oder ich gehe" sind riskant. Ebenso der Druck auf die
Tränendrüse ("Chef, ich brauch mehr Geld…") oder der Vergleich mit den Kollegen
("Herr Schmidt verdient schon lange mehr als ich"). Gefragt dagegen sind gute
Argumente, kreative Lösungen (z.B. über mögliche Zusatzleistungen) und eine
realistische Einschätzung des eigenen Marktwertes.
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